Dackel-Logo
Zur Startseite

Gruppe Kirchheimbolanden e.V.

        im Deutschen Teckelklub 1888 e.V.

Kontakt         Impressum         Datenschutz

Überschriften anzeigen    Seite Drucken

Tierarzt Infos

Läufigkeit von Hündinnen

FRAGE:
Meine Rauhhaarteckelhündin hatte mit ca. 4,5 Monaten als Welpe eine Giardien-Infektion, die erfolgreich medikamentös behandelt wurde. Nach weiteren ca. 4 Wochen stellte sich recht frühzeitig ihre 1. Läufigkeit ein. Diese war etwa 3 Wochen beendet. Jetzt, d.h. etwa 10 Tage nach Abschluss der 1. Hitze, begann das ganze von Neuem, d.h. Blutungen und Attraktivität für Rüden. Sie markierte aber auch noch zwischenzeitlich beim Gassi-gehen. Die Unterbrechung zwischen 1. und 2. Hitze (?) betrug demnach nur ca. 10 Tage. Kann das sein?
ANTWORT:
Die Läufigkeit der Hündin dauert normalerweise 3 Wochen, die Dauer der Läufigkeit kann bei der ersten Läufigkeit variieren. Die Hündinnen werden im Rudel alle zur gleichen Zeit läufig, man nennt das Synchronisation. So werden auch die Hündinnen, die immer im selben Park Gassi gehen zur gleichen Zeit läufig. Wechselt man den Park stellt sich die Hündin mitunter auf den neuen Rhythmus ein. In ihren Fall würde ich sagen, dass die Läufigkeit sich verlängert hat, also keine neue Läufigkeit. Die Läufigkeitser-scheinungen sollten dann auch nach ca 1 bis 2 Wochen vergehen. Die nächste Hitze tritt dann nach ca. 6 Monaten ein. (Dr. Fabian von Manteuffel)


Giftige Nahrungsmittel

Die nachfolgende Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Es ist unbedingt ratsam, sofort den Tierarzt aufzusuchen. Denn lieber einmal unnötig, als zu spät.

  • Weintrauben und Rosinen
    Die meisten von uns wissen, dass Weintrauben im "Übermass" (?) zu Vergiftungs-"Erscheinungen" bei Hunden führen können. Doch kaum jemand WEISS!!!!! das die Aufnahme von Weintrauben (gerechnet auf kg/KM) für einen Hund TÖDLICH sein können und zwar sehr KURZFRISTIG.
    Weintrauben und Rosinen sind giftig für Hunde
    (animal / Marburg, 1.12.04) Unabhängig voneinander warnen jetzt das amerikanische Animal Poisons Control Center (ASPCA) und das britische Institut Veterinary Poisons Information vor Weintrauben. Auffällig oft haben Hunde nach dem Verzehr von Weintrauben schwere Symptome von Vergiftung gezeigt: Magenkrämpfe, Erbrechen und Durchfall. In einigen Fällen trat sogar Nierenversagen auf. Die Tierärzte der Institute vermuten, dass Rosinen sogar noch gefährlicher für Hunde sein können, da sie den giftigen Stoff konzentrierter enthalten.
    Bei der Analyse dieser Daten stießen die Forscher auf merkwürdige Vergiftungen bei 19 Hunden (zehn in den USA und neun in Großbritannien). Alle Hunde hatten unterschiedlich große Mengen an Weintrauben oder Rosinen gefressen - Leckereien, die man eigentlich als harmlos einstufen würde. Die Trauben gehörten unterschiedlichen Sorten an und waren weder mit Spritzmitteln noch anderen chemischen Mitteln oder Schwermetallen übermäßig belastet. Die Symptome der Hunde glichen sich: Einige Stunden nach dem Verzehr der Früchte erbrachen sich die Tiere und wurden appetitlos. Durchfall und Bauchschmerzen stellten sich bei einigen Hunden ein. Nach 24 Stunden zeigten die am schwersten betroffenen Hunde die Symptome eines Nierenversagens. Sie wurden sehr ruhig bis lethargisch und konnten kein oder nur noch wenig Wasser lassen.
    Bei Blutuntersuchungen stellten die behandelnden Tierärzte neben dramatisch erhöhten Nierenwerten auch eine Hyperkalzämie (zu viel Kalzium im Blut) fest. Von den zehn amerikanischen Hunden überlebten nur fünf Tiere.
    Bei Verdacht auf eine Weintraubenvergiftung sollten Sie mit Ihrem Hund schnellstmöglichst zu einem Tierarzt gehen, um dem Nierenversagen vorzubeugen. Eventuell kann das Gift im Darm mit Aktivkohle gebunden werden. Bei schweren Vergiftungen sollte der Hund vom Tierarzt stationär aufgenommen und mindestens 48 Stunden lang unter Kontrolle der Blutwerte mit Infusionen versorgt werden.
    Auch die Dosis, die den Weintraubengenuss zum Gift für den Hund macht, ist noch nicht bekannt. Die amerikanischen Forscher schätzen, dass umgerechnet 11,6 Gramm (g) Trauben pro Kilogramm (kg) Körpergewicht des Hundes zu Vergiftungserscheinungen führen können (also bei einem 20 kg schweren Hund rund 232 g Trauben). In Großbritannien ermittelten die Wissenschaftler, dass etwa 14 g Rosinen/kg Hund zu einem Todesfall bei einem Labrador Retriever geführt haben.
    Wichtig ist, die Hunde nicht erst auf den Geschmack zu bringen, damit sie sich nicht selbst bedienen.
     
  • Zwiebeln (roh, getrocknet und gekocht)
    Zwiebeln enthalten das für Hunde giftige N-Propyldisulfid und Allylpropylsufid
    Schon eine mittelgroße Zwiebel kann einen kleinen Hund ernsthaft schädigen
    Hämolyse (=Zerstörung der roten Blutkörperchen)
    Symptome: Durchfall und Erbrechen, später folgen Anämie (Blutarmut, blasse Schleimhäute), Anorexie (Verweigerung von Wasser und Futter) und Beschleunigung von Herzschlag und Atemfrequenz.
     
  • Knoblauch
    Knoblauch enthält ebenfalls N-Propyldisulfid
    Bei einer Aufnahme größerer Mengen von Knoblauch, aber auch bei einer regelmäßigen Fütterung kleiner Mengen führt dieser Inhaltsstoff zu lebensbedrohlicher Anämie (Blutarmut).
     
  • Avocado
    Giftstoff für Hunde: Persin
    Eine Vergiftung endet meist tödlich.
    Schädigung: Herzmuskelschäden, Atemnot, Husten und Bauchwassersucht.
     
  • Kakao und alle kakohaltigen Nahrungsmittel (siehe auch Schokolade)
    Giftstoff für Hunde: Theobromin
    Tödliche Dosis liegt bei 100mg Theobromin pro Körpergewicht Hund
    Symptome: Durchfall, Erbrechen, Zittern, Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinsstörung bis hin zum Tod
     
  • Schokolade
    Giftstoff für Hunde: Theobromin (siehe Kakao)
    Tödliche Dosis: 60g Milchschokolade, bzw. 8g Blockschokolade (je nach Kakaogehalt) pro kg Körpergewicht können Ihren Hund vergiften. Zwei Stückchen Zartbitterschokolade können für einen Chihuahua bereits tödlich sein.
     
  • Nikotin (Tabak)
    Tödliche Dosis: 5-25g getrockneter Tabak (also ein Zigarettenstummel, oder Kautabak)
    Symptome: Erregung, Muskelzittern, Erbrechen, Speicheln, erhöhte Atem- und Herzfrequenz, Krämpfe, Bewegungsstörungen, Kreislaufkollaps.
    Hunde und Katzen sind betroffen. Jedoch sind vor allem Jungtiere gefährdet, da diese sehr neugierig sind, und versuchen alles zu kauen.
    Trinkt ihr Hund z.B. aus einer Pfütze in der Zigarettenkippen liegen, kann dies tödlich enden.
     
  • Obstkerne (Kirsche, Pflaume, Aprikose, etc.)
    Bei zerhackten, zerbissenen Kernen
    Gift: Blausäure
    Symptome: Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Atemnot, Krämpfe bis hin zum Tod.
     
  • Rohes Schweinefleisch
    Rohes Schweinefleisch enthält das Aujetzki-Virus (Herpesvirus), dass für Hunde und Katzen tödlich ist.

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V.

  • Giftige Zimmerpflanzen
    Alpenveilchen (Cyclamen persicum) - Hund und Katze
    Ficus Arten (Ficus spp ) inkl. Feigenbaum (Ficus carica), Gummibaum (Ficus elastica), Birkenfeige (Ficus benjamini), Banyanbaum (Ficus benghalensis), Bobaum (Ficus religiosa), Geigenfeige (Ficus lyrata), Kletterficus (Ficus pumila ) sowie Ficus diversicola und Ficus magnolioides - Hund und Katze
    Christdorn, Stechplame (Ilex aquifolium) als Weihnachtsdeko - Hund und Katze
    Dieffenbachie (Dieffenbachia - Hund und Katze
    Drachenbaum (Dracaena spp.) - Katze
    Drudenfuß (Mistelzweig zu Weihnachten !!) - (Viscum album) - Hund, Katze?
    Einblatt (Spathiphyllum floribundum) - Hund und Katze
    Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) - Katze
    Fensterblatt (Monstera deliciosa) - Hund und Katze
    Flamingoblume (Anthurium scherzerianium) - Hund und Katze
    Klivie (Clivia miniata) - Hund und Katze
    Korallenbaum, -kirsche,-strauch (Solanum pseudocapsicum) - Hund und Katze
    Kroton, Wunderstrauch, Krebsblume (Codiaeum variegatum) - Hund und Katze
    Philodendron (Philodendron ssp.) - Hund und Katze
    Weihnachsstern (Euphorbia pulcherrima) - Hund und Katze
    Zimmerkalla (Zantedeschia aethiopica) - Hund und Katze
     
  • Giftige Garten- und Wildpflanzen
    Alpenrose , Azalee (Rhododendrom spp.) - Hund und Katze
    Adonisröschen (Adonis vernalis) - Hund und Katze
    Akelei (Aquilegia vulgaris) - Hund und Katze
    Alfalfa, Luzerne (Medicago sativa) - Hund und Katze
    Amaryllis, Ritterstern (Hippeastrum spp.)- Hund und Katze
    Anemone (Anemone nemorosa) - Hund
    Aronstab (Arum maculatum) - Hund
    Blauregen (Wisteria sinensis) - Hund und Katze
    Buchsbaum (Buxus sempervirens) - Hund und Katze
    Christdorn, Stechplame (Ilex aquifolium) - Hund und Katze
    Clematis, Waldrebe (Clematis spp.) - Hund und Katze
    Eibe (Taxus baccata) - Hund und Katze
    Engelstrompete (Beaucarnea und Datura suaveoleons) - Hund und Katze
    Efeu (Hedera helix) - Hund und Katze
    Fingerhut (Digitalis pururea) - Hund und Katze
    Fliegenpilz (Amanita muscaria) - Hund und Katze
    Geissblatt (Lonicera xylosteum)- Hund und Katze
    Ginster (Cytisus spec.) - Hund und Katze
    Goldregen (Laburnum anagyroides) - Hund und Katze
    Heliotrop, Vanilleblume (Heliotropium arborescens; Heliotropium peruvianum) - Hund und Katze
    Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) - Hund und Katze
    Hortensie (Hydrangea ssp.) - Hund und Katze
    Hyazinthe (Hyacinthus orientalis) - Hund und Katze
    Iris, Sumpf-Schwertlilie, Wasserlilie (Iris pseudacorus) - Hund und Katze
    Kirschlorbeer, Zierlorbeer (Prunus laurocerasus) - Hund und Katze
    Lebensbaum (Thuja occidentalis) - Hund und Katze
    Maiglöckchen, Maiblume (Convallaria majalis) - Hund und Katze
    Narzissen (Narcissus spp.) - Hund und Katze
    Osterglocke, gelbe Narzisse, falsche Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) - Hund und Katze
    Oleander (Nerium oleander) - Hund und Katze
    Pfaffenhütchen (Euonymus europaea) - Hund und Katze
    Rittersporn (Delphinium consolida)- Hund und Katze
    Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) - Hund und Katze
    Tollkirsche (Atropa belladonna) - Hund und Katze
    Tulpe (Tulipa spp) - Hund und Katze
    Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyprissias) - Hund und Katze

Staupeviren gegen bösartige Tumore

grau redaktionsservice. Im Institut für Pathologie der tierärztlichen Hochschule Hannover wurde von Prof. Wolfgang Baumgärtner und Dr. Christiane Puff ein hochaktuelles Projekt abgeschlossen, nämlich Staupeviren gegen die Verbreitung bösartiger Tumore einzusetzen.
Die Gefährlichkeit bösartiger Tumore besteht nicht allein in ihrer außer Kontrolle geratenen Zellvermehrung, sondern zusätzlich in der Tatsache, dass die Zellen aus dem primären Tumor auswandern und weitere Organe des Körpers befallen können, was dann schließlich zur Metastasenbildung führt.
Aus der Humanmedizin war bereits bekannt, dass bestimmte Viren gezielt Tumorzellen angreifen und diese zerstören oder zumindest ihre Migration in andere Organe verhindern können. Dieses Ergebnis griffen die Wissenschaftler auf, um erste Versuche an Krebszellen des Hundes zu machen. Sie untersuchten den Einfluss von Staupevirus-Infektionen auf Zellkulturen der malignen Histiozytose, eines besonders bösartigen Tumors, der in einigen Hunderassen auftritt und bei befallenen Tieren in kürzester Zeit zum Tode führt. Der dramatische Krankheitsverlauf mit einer Überlebenschance von durchschnittlich nur 49 Tagen nach Diagnosestellung erklärt sich vor allem dadurch, dass diese Tumorzellen in kürzester Zeit gleichzeitig viele Organe des Körpers überschwemmen.
Wie die Wanderung von Tumorzellen genau erfolgt, ist noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Es steht aber bereits fest, dass kleine Zellausläufer die Zelle zu einer Art Kriechbewegung befähigen. Zusätzlich besitzen Tumorzellen Enzyme, die die Kittsubstanz zwischen den gesunden Zellen der Organe auflösen, um sich gewissermaßen einen freien Wanderweg zu schaffen.
Die Wissenschaftler konnten nun mikroskopisch nachweisen, dass durch Staupeviren infizierte Tumorzellen nicht nur die üblichen ein bis zwei Zellausläufer bildeten, sondern verteilt auf die gesamte Zelloberfläche Fortsätze entstanden waren, die zu einer erheblichen Bewegungseinschränkung führten, weil wahrscheinlich durch deren Vielzahl eine Bewegungskoordination nicht mehr funktionierte.
Außerdem konnte bei Staupevirus-infizierten Zellen ein erheblich geringerer Gehalt an dem Enzym nachgewiesen werden, das zur Auflösung der Kittsubstanz zwischen den Gewebezellen notwendig ist, dagegen aber ein deutlicher Anstieg des Enzyms, dass diese Auflösung verhindert. Somit wären infizierte Zellen nicht mehr in der Lage, sich einen freien Wanderweg zu bahnen.
Damit gibt diese Studie Anlass zu der Hoffnung, dass vielleicht eines Tages Staupeviren erfolgreich gegen bösartige Tumoren beim Hund, speziell der malignen Histiozytose eingesetzt werden könnten. Das würde dann für einige Hunderassen die Therapiemöglichkeit einer bisher heimtückischen, stets tödlich verlaufenden Krankheit bedeutet.
Dr. Helga Eichelberg


Zahnhygiene

Zahnhygiene sollte nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei unseren Haustieren eine Selbstverständlichkeit sein. Leider bemerken viele Hunde- und Katzenbesitzer Zahnprobleme bei ihrem Tier erst dann, wenn ihr Schützling durch starken Mundgeruch auf sich aufmerksam macht oder das Futter verweigert. In diesem Stadium sind dann bereits millimeterstarke Zahnbeläge und massive Zahnfleischentzündungen anzutreffen.

Für uns Menschen ist es selbstverständlich, ein- bis zweimal im Jahr zur Vorbeuge und Kontrolle den Zahnarzt aufzusuchen. Auch bei Hunden und Katzen sollte eine jährliche Gebißkontrolle zur Norm gehören. Die lästige und durch ihre Folgen auch schmerzhafte Zahnsteinbildung kann dadurch schon im Anfangsstadium beseitigt werden. Zahnstein zeigt sich als gelb-brauner, rauher Belag auf den Zähnen. Als Vorstufe bildet sich ein weicher Plaque, der aus Speichelbestandteilen, Futterresten und Bakterien besteht. Darin lagern sich Mineralien ein, die zu einer extremen Verhärtung des Zahnbelages führen. Schreitet die Zahnsteinbildung fort, entzündet sich das Zahnfleisch, später erkrankt auch das Zahnbett, da sich der Zahnstein unter das Zahnfleisch schiebt. In diesem Stadium fallen die Tiere durch unangenehmen Mundgeruch auf. Nachfolgend kommt es zu Eiterungsprozessen und einer schmerzhaften Lockerung der Zähne. Der rauhe Zahnsteinbelag führt an den Backenseiten der hinteren Zähne zu einer ständigen Reibung mit der Backenschleimhaut. Diese wird verletzt, entzündet sich und wird ebenso wie das verletzte Zahnfleisch zu einer idealen Eintrittspforte für Krankheitserreger. Bakterien gelangen auf diese Weise leicht in die Blutbahn und können sich vorwiegend an den Herzklappen und in den Nieren in Form von Abszessen festsetzen. Offensichtlich haben manche Tiere eine besondere Veranlagung zur Zahnsteinbildung, da bei gleicher Fütterung die Zahnsteinbildung ganz unterschiedlich auftritt. Vorbeugend sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Neben dem gewohnten Fertigfutter kann ein Angebot von rohem Gemüse, Büffelhautknochen oder getrockneten Schweineohren den Kautrieb befriedigen und gleichzeitig Zähne und Zahnfleisch kräftigen. Die Zahnsteinentfernung wird genau wie beim Menschen mit einem Ultraschallgerät durchgeführt. Allerdings lassen sich unsere Vierbeiner diese Prozedur nur unter Narkose gefallen. Durch die heute zur Verfügung stehenden Kurznarkosemittel ist der Eingriff auch für Risikopatienten weitgehend ungefährlich. Nach der gründlichen Entfernung der Zahnbeläge schließt sich eine Politur des aufgerauten Zahnschmelzes an, der eine all zu rasche Zahnsteinneubildung verhindert. Gleichzeitig kann der Tierarzt feststellen, ob noch weitere Zahndefekte vorliegen, wie etwa durch Karies verursachte Löcher, die eine weiter zahnärztliche Behandlung erforderlich machen. Bei regelmäßiger Zahnkontrolle kommt es meist gar nicht erst soweit. Bis ins hohe Alter ist es dadurch möglich, dem Hund gesunde und auch schöne Zähne zu erhalten. Wir wollen nicht vergessen: die "dritten Zähne" gibt es nur für den Menschen. Mit freundlicher Genehmigung des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte e.V., www.tieraerzteverband.de.


Fragen zu hündischen Gesundheitsproblemen?

Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg beantwortet kostenlos Fragen zu hündischen Gesundheitsproblemen unter www.zzf.de.


Die Riechleistung von Hunden

Hunde sind Hochleistungstiere, vor allem was das Riechen anbelangt. Man nennt solche Lebewesen Makrosmatiker. Das wird verständlich, wenn man die Riechschleimhaut in der Nase misst: 85 Quadratzentimeter; der Mensch hat nur 2,5 bis 5, die Katze etwa 20. Pro Quadratzentimeter sitzen in dieser Riechschleimhaut rund eineinhalb Millionen Sinneszellen, die mit nahezu allen Teilen des Hundegehirns verbunden sind. Deshalb ist der Hund in der Lage, selbst das einzelne Molekül (!) eines Duftstoffes aus Milliarden anderer zu identifizieren.

Diese unglaubliche Riechleistung wird den Hunden durch den Bau ihres Riechorgans ermöglicht und erleichtert. Beim Ausatmen bewegt sich die Nase derart, dass die ausgeatmete Luft durch Schlitze an der Seite strömt. Sie wird also an der mit Geruchsstoffen beladenen Einatmungsluft vorbeigeleitet. Dabei entstehen Luftwirbel, die entsprechende Moleküle mehrfach an die Riechschleimhaut heranführen. Da kann es nicht verwundern, was entsprechend trainierte Hundenasen alles leisten. Sie entdecken winzigste Spuren von Sprengstoffen oder Rauschgift und erschnüffeln sogar Banknoten. In Urinproben und der Ausatmungsluft von Menschen fanden Hunde Anzeichen für Prostata- und Lungenkrebs, Nieren- und Brusttumoren, sie warnten Epileptiker rechtzeitig vor dem Anfall und konnten die Periode der Frau erkennen. Trotz dieser viel versprechenden Ansätze sind Hunde derzeit wohl kaum als Diagnostiker in der Medizin einzusetzen. Es gelingt einfach nicht, sie für die entsprechenden Aufgaben auszubilden. Voraussetzung wäre, dass man die Substanzen ermitteln und herstellen kann, die beispielsweise einen bösartigen Tumor oder einen epileptischen Anfall anzeigen. Darauf müssten dann die „Diagnosehunde“ abgerichtet werden. Das ist eine große Herausforderung für die Zukunft, denn Hunde könnten viel zuverlässiger die Aufgaben komplizierter und teurer Geräte übernehmen. Wie kann es anders sein, alle Hunde riechen zwar hervorragend, doch gibt es unter ihnen große Unterschiede. Vom Bau der Nase her sind die großen Bluthunde wahre Nasenartisten, gefolgt von den Schäferhunden. Auch Teckel schneiden nicht schlecht ab, sie haben nicht nur ihren eigenen Kopf sondern auch eine leistungsfähige Nase! Doch zur Riechleistung muss auch die Fähigkeit kommen, sich die einzelnen Geruchskomponenten merken zu können. Das unterscheidet schließlich einen Menschen mit gutem Geruchsvermögen vom hochbezahlten Parfümeur oder Sommelier! Die traurig aussehenden Bluthunde haben ihren Namen übrigens keineswegs wegen ihres Blutdurstes – im Gegenteil – sie sind ausgesprochen freundlich und kaum aggressiv. Er bezieht sich auf ihr edles Blut, die adlige Abstammung. Wir Menschen können uns kaum vorstellen, in welcher Sinneswelt die Hunde leben. Mit dem Geruch können sie nämlich nicht nur die Gegenwart, sondern auch die frühe Vergangenheit erschnuppern. Eine leere Parkbank ist für sie wie eine Zeitung: Ein rauchender Mann hat darauf gesessen, davor vielleicht ein Liebespaar, einige Brotkrümel lockten ein Eichhörnchen an und ein Hund wollte dieses jagen. Überhaupt nicht zu reden von den Geruchsspuren seiner Artgenossen, darunter Freunde und Feinde. Deshalb haben Sie bitte Verständnis, wenn sich Hunde dagegen sträuben, einfach an der Leine durch die Gegend gezogen zu werden. Der Spaziergang ist für sie wie unsereins die Tageszeitung plus Fernsehen! Da will man doch auch nicht vorbeigeschleppt werden! Und noch ein Punkt: Wer sich mit duftenden Stoffen wäscht und einsprüht, wirkt auf seinen Vierbeiner so, als ob er sich auf einem Misthaufen gewälzt hätte. Noch schlimmer sind Raucher, die für die sensible Hundenase wie eine Chemiefabrik ausgasen. Hunde lieben unverfälschten Menschenduft, das macht für sie den Charme von Wohnsitzlosen aus, die meist nach sich selber und nicht nach kosmetischer Industrie riechen. Es grenzt an grobe Tierquälerei, wenn Hunde regelmäßig in die Waschwanne gesetzt und mit duftenden Essenzen gebadet werden, um sie für Menschen geruchlich angenehmer zumachen. Wer grundsätzlich etwas gegen Tierdüfte hat, sollte sich keine Hunde als Heimtiere halten. Es bleiben ja immerhin noch Katzen, gepflegte Kaninchen oder Meerschweinchen, die geruchlich völlig neutralen Rennmäuse und als letzter Ausweg das absolut wohnraumkompatible Aquarium! Dr. Rolf Spangenberg, Tierarzt Fragen zu hündischen Gesundheitsproblemen beantwortet kostenlos Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg unter www.zzf.de!


Erste Hilfe beim Hund

Bei einem Notfall ist es zunächst wichtig, dass man selber Ruhe bewahrt und besänftigend auf das Tier einwirkt. Bei Bewusstlosigkeit sollte man dem Hund die Zunge aus dem Fang ziehen, damit er nicht erstickt und das Halsband abstreifen. Der Kopf sollte schräg nach unten gelagert sein, damit Blut, Schmutz und Erbrochenes nach außen abfließen kann. Starke Blutungen werden am besten mit einem Druckverband gestoppt. Auf jeden Fall sollten die Telefonnummern mehrerer in der Umgebung ansässiger Tierärzte bereit liegen, ebenso die Telefonnummern der Giftnotrufzentralen. Der Tierarzt kann dann wertvolle Tipps für die Erstversorgung des Hundes geben, bis der Hund in die Praxis gebracht werden kann (Quelle VDH).


Regelmäßige Wurmkuren

Zur Abwehr innerer Parasiten (Haken- und Spulwürmer) werden bereits die Welpen vor der dritten Lebenswoche behandelt. Die zweite Behandlung erfolgt dann zwei bis drei Wochen später. Da eine Wurmkur immer auch einen Eingriff in die lebensnotwendige Darmflora bedeutet, sollte sie im Verlauf des weiteren Hundelebens nicht „blind“, sondern nur im Bedarfsfall durchgeführt werden. Hierzu sollte ein- bis zweimal jährlich eine Kotuntersuchung beim Tierarzt erfolgen, um dann über die Notwendigkeit der Entwurmung zu entscheiden.


Hochspringen und Urinieren

Hochspringen und Urinieren ist das typische Verhalten von Hunden, wenn sie einen "Ranghöheren" begrüßen wollen. Das Abgewöhnen ist schwierig, jedoch mit einiger Konsequenz möglich.

Der Hund muss von der Begrüßungszeremonie ausgeschlossen werden; man könnte ihn also in einen Nebenraum bringen. Er darf erst zu dem Gast, wenn er sich beruhigt hat. Wen er dann wieder hochspringen sollte, wird er ruhig hinausgeführt. Wichtig: Nicht schimpfen oder gar strafen, der Hund benimmt sich aus seiner Sicht ja völlig korrekt.


Hormone bändigen Hundelust

Die Entfernung der Keimdrüsen – Hoden beim männlichen Tier, Eierstöcke beim weiblichen – gehört zu den ältesten chirurgischen Eingriffen überhaupt. Diese Kastration wurde in grauer Vorzeit unter tierquälerischen Bedingungen, nämlich zumeist ohne Narkose, vorgenommen. Hunde kastrierte man quasi „als Strafe“, wenn sie durch eine besondere Aggressivität aufgefallen waren.

Diese Zeiten sind längst vorbei, die Kastration unter Vollnarkose ist Standard geworden. Man kastriert Rüden heute in erster Linie, um ihr Machogehabe zu dämpfen. Außerdem behandelt man damit eine Prostatavergrößerung des Tieres. Häufig wird operiert, um den Geschlechtstrieb auszuschalten. Dieser kann lästig werden, wenn sich zahlreiche Hündinnen in der Nachbarschaft befinden. Die Rüden-Besitzer wissen manchmal nicht mehr, wie sie ihren Hund bändigen sollen. Die Halter der Hündinnen fürchten unerwünschte Bedeckungen und nicht zuletzt leiden die Rüden erbärmlich. Wer einmal das Winseln eines solchen Tieres erlebt hat, das mit Gewalt vom Objekt seiner Begierde ferngehalten wird, wird dem operativen Eingriff gerne zustimmen. Die Kastration wirkt zuverlässig zur Verhinderung der Fortpflanzung. Bei medizinischer Indikation – Behandlung der Prostatavergrößerung und bestimmter Tumore – wird man der Operation uneingeschränkt zustimmen, wenn sie der Tierarzt vorschlägt. Anders sieht es schon bei der Beeinflussung des Verhaltens aus. Ein Erfolg, ist meist nur bei Tieren zu erwarten, die nicht älter als zwei Jahre sind. Auch dann kann man nicht voraussagen, wie sich der Rüde nach dem Eingriff verhält. Wird er ruhiger, wird er sich „artiger“ benehmen, wird man überhaupt etwas an ihm feststellen können? Diese Sorgen kann dem Besitzer kein Fachmann zerstreuen, Tiere sind nun mal keine Maschinen. Deshalb wird an den Tierarzt zuweilen der Wunsch herangetragen, ob er nicht eine Art „Kastration auf Probe“ vornehmen könne. Das hat bisher meist nur ein Lächeln hervorgerufen. Wenn die Hoden entfernt wurden, sind sie später nicht wieder einzusetzen. Und die Sterilisation als Alternative? Dabei werden die Samenstränge unterbrochen. Dann kann der Rüde nicht mehr befruchten. Sein Geschlechtstrieb und die Hormone bleiben aber voll erhalten. Man hat damit also nicht gewonnen. Seit einiger Zeit ist es nun aber tatsächlich möglich, eine Hormonbehandlung durchzuführen, die den Rüden für etwa sechs Monate zum Kastraten macht. Ist man mit dem Erfolg zufrieden, kann eine weitere Behandlung folgen oder der operative Eingriff vorgenommen werden. Dabei wird dem Rüden ein Implantat eingepflanzt, das ihn für den Zeitraum von sechs Monaten sexuell ruhig stellt. Der Tierhalter kann nun in Ruhe beobachten, ob sein Hund, wie gewünscht, weniger aggressiv wird oder sich etwa zum unerwünscht demütigen Langweiler entwickelt. Sexuell überaktive Junghunde neutralisiert man für eine gewisse Zeit, bis sie später wieder zur Zucht eingesetzt werden können. Bei älteren Rüden mit Prostataleiden oder entsprechenden Tumoren wird das Implantat eingesetzt, um den chirurgischen Eingriff mit Narkose zu umgehen. Somit kann – und das ist absolut neu – der Tierhalter nach Rücksprache mit seinem Tierarzt einmal risikolos ausprobieren, wie sich der kastrierte Rüde benimmt. Vorsorglich sei darauf hingewiesen, dass sich bei „echter“ oder hormoneller Kastration keine unmittelbaren Effekte erzielen lassen. Es dauert einige Wochen, bis sich überhaupt etwas beobachten lässt. Die Kastration ist bei richtiger Indikation ein segensreicher Eingriff. In vielen Fällen kann diese kleine Operation das Zusammenleben zwischen Mensch und Heimtier in unserer nicht immer tierfreundlichen Welt erleichtern. Doch wird es dagegen häufig berechtigte Widerstände geben, die sich argumentativ – „Es wird schon nichts passieren!“ – nur schwer widerlegen lassen. Das Gespräch mit dem Haustierarzt über die Möglichkeit der „Kastration auf Probe“ kann da Klarheit schaffen. Herzlichen Dank an Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg, Ingelheim, Autor dieser Publikation, für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.


IMPFEMPFEHLUNG HUND

GRUNDIMMUNISIERUNG

Als Grundimmunisierung von WELPEN gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren. Im Alter von

8 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose*, Leptospirose
12 Lebenswochen: Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut
16 Lebenswochen: Staupe, Parvovirose, Tollwut**
15 Lebensmonaten: Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

In einem höheren Alter vorgestellte Tiere erhalten ihre Impfungen in denselben Abständen. Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von 3 – 4 Wochen, gefolgt von einer weiteren Impfung nach einem Jahr, für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend. *) In gefährdeten Beständen ist eine zusätzliche Impfung im Alter von 6 Wochen empfehlenswert. Die weitere Impfempfehlung wird dadurch nicht verändert. **) Die im Alter von 16 Lebenswochen empfohlene zweite Impfung geht über die gesetzliche Anforderung hinaus, ist aber aus immunologischen Aspekten sinnvoll.  

WIEDERHOLUNGSIMPFUNGEN
Wiederholungsimpfungen sind alle Impfungen, die nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen.  

Tollwut
In Deutschland gelten seit Änderung der Tollwutverordnung vom 20. 12. 2005 nunmehr die in den Packungsbeilagen genannten Wiederholungsimpftermine.  

Staupe, Parvovirose
Wiederholungsimpfungen ab dem zweiten Lebensjahr in dreijährigem Rhythmus sind nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend. Canines Parvovirose (CPV) kann post vacc. ausgeschieden und auch auf ungeimpfte Tiere übertragen werden, ohne klinische Symptome zu verursachen (s. Packungsbeilage).   Leptospirose Jährliche Wiederholungsimpfungen (in Endemiegebieten häufiger) sind zu empfehlen. Heute werden Erkrankungen vor allem durch die Serovare L. grippotyphosa, bratislava,pomona, saxkoebing, sejroe und seltener L. australis ausgelöst, gegen die der Impfstoff in der Regel nicht schützt, da diese Serovare nicht Bestandteile der in Deutschland zugelassenen Vakzinen sind. Bei einigen zugelassenen Impfstoffen beruht der Impfschutz ausschließlich auf einer Reduktion klinischer Symptome nach Infektionen mit den Serovaren L. canicola und L. icterohaemorrhagiae, nicht in einem Schutz vor Krankheit oder Infektion. Es kann zur Ausscheidung von Leptospiren-Feldstämmen über den Urin geimpfter Hunde kommen (Quelle „Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet.) und VDH).


 
 
© 2013 by Sascha Monetha